Nationalpark: Lebendfallen fürs Forschungsprojekt „Luchs“

Unmut bei Tierschützern über Tierkadaver im Nationalpark Bay.Wald
Vorgaben durch Abschussplan ?

Grafenau/Neuhütte, 31.Januar 2009: - Fotos von blutigen Überresten toter Wildtiere im Nationalpark Bayerischer Wald haben die Gemüter bei Tierschützern hochkochen lassen. Die Innereien waren in der Nähe von Lebendfallen gefunden worden, was die Tierschützer zu der Vermutung veranlasste, Tiere, die in den Lebendfallen gefangen wurden, seien grausam abgeschlachtet worden. Marco Heurich, Wildtier-Biologe im Nationalpark, stellt klar, dass es sich bei den Überresten um das Überbleibsel normaler Jagdausübung handelte.

„Wir haben ähnlich wie beim Borkenkäfer Auflagen, wie viel des Wildzuwachses wir im Jahr abschießen müssen“, sagt Heurich. Laut Abschussplan seien das beispielsweise 89 Hirsche, die jährlich erlegt werden müssten. „Ansonsten würden die Tiere aufgrund des Platzmangels auf private Nachbargrundstücke ausweichen und dort Schaden anrichten.“

Die Überreste, die von den Tierschützern gefunden wurden, würden von einem solchen Abschuss stammen. Dass die Überreste liegen blieben, sei auch normal. „Im Sommer vergraben wir die Innereien, bei Minusgraden im Winter wird’s mit dem Vergraben schwierig“, so seine Erklärung.

Die Lebendfallen würden laut dem Wildtier-Biologen für das Forschungsprojekt „Luchs“ verwendet. „An 14 Standorten fangen wir in den Fallen Rehe und statten diese mit GPS-Sendern aus. Anhand derer können wir sehen, wie sich die Rehe in Anwesenheit des Luchses verhalten.“ Bisher seien etwa 80 Rehe gefangen und mit den Sender-Halsbändern ausgestattet worden, so Heurich. „Das ist die Standardmethode, um Rehe zu fangen und zu besendern.“

Quelle: sal - pnp


Naturschützer und Forstwissenschaftler kritisieren die Jagd - Tierbestände würden sich auch auf natürliche Weise regulieren

SZ, 27.01.2009: - Ursprünglich gab es für Menschen zwei gute Gründe, Tiere zu jagen: Sie brauchten etwas zu essen und verarbeiteten die Reste zu Kleidung und Gebrauchsgegenständen. Heute stellen immer mehr Menschen den Sinn der Jagd in Frage. Zwar wird das Fleisch der erlegten Tiere immer noch gegessen und Jäger führen an, dass sie die Zahl der Tiere regulieren müssen, um ökologische und wirtschaftliche Schäden zu verhindern. Doch Jagdkritiker wie Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, lassen solche Argumente nicht gelten: "Letztlich dient die Jagd nur dem Spaß und der Befriedigung der Mordlust der Jäger", sagt er. "Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein."
[weiterlesen ...]

Quelle: SZ - Grün